Musiktherapie – 2010 bis heute

Im März 2010 haben wir im SPZ einen Platz bei der Musiktherapie erhalten. Ich konnte mir erst nicht vorstellen! wie das Lucas mit der Sprache weiterbringen sollte, aber die Therapeuten meinte es wäre ein Anfang um herauszubekommen, wie Lucas überhaupt auf Töne reagiert.

Es stehen meistens sehr viele verschiedene Musikinstrumente in dem Raum rum und Lucas hat mittlerweile auch schon alle ausprobiert. Am Anfang wollte die Musiktherapeutin Lucas mit Rasseleiern auf sich aufmerksam machen, was auch super funktioniert hat. Dann wurden die Eier in Becher reingelegt und wieder herausgenommen etc., welches ihm große Freude bereitete, zumal er das überwiegend gemacht hat bzw. immer noch macht.

Ab und zu haben sie auf einen Klavier zusammen versucht zu spielen oder auf einer Gitarre. Beides findet er immer noch sehr aufregend und macht auch super mit. Ganz gerne spielt er auch mit der, ich nenne sie mal, Rasselbox. Es sind ganz ganz viele kleine Kugeln in dem Behälter und wenn man diesen hin und her bewegt, dann hört sich das an wie Regen.

Im Frühling 2011 haben sie angefangen mit Lucas Steckbox zu üben, leider kann er immer noch nicht wirklich etwas mit den Formen und Farben anfangen, aber es macht im trotzdem unwahrscheinlichen Spass die Steine in die dafür vorgesehenen Öffnungen reinzumachen. Die Kugeln kann er am besten, meistens klappt es auch, wenn er überhaupt nicht hinguckt, was er macht.

Lucas bei den Tieren - August 2011 Seit September 2011 versuchen wir Lucas mit dem Talker anzufreunden, welches mittlerweile auch super klappt. Mitten drin haben wir es auch schon vermehrt mit der GuK (Gebärden unterstützende Kommunikation) probiert. Leider hat es zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich etwas gebracht, da Lucas einen meistens nicht angesehen hat, und er aber dafür ein sehr gutes Sprachverständnis hat. Trotz allem hatte er das Zeichen für Musik gelernt (die Zeigefinger wie ein Dirigent führen, Lucas macht es eher mit dem ganzen Arm und ziemlich wild um sich schlagend, aber wenn man ihn verstehen möchte, erkennt man die Gebärde sehr gut).

Mittlerweile kann er schon einige Tiere, z. B. ein Elefant (den Finger vom Mund nach unten ziehen, wie ein Rüssel), ein Nashorn (die Hand nach oben, für das Horn des Nashorns) und ein Krokodil (die Hände zusammen klatschen, aber ganz langsam, für die Maulbewegung des Krokodils).

Ein Gedanke zu „Musiktherapie – 2010 bis heute

  1. Viola

    Ich finde es toll, wie du die Entwicklung von Lucas so in Worte faßt und man kann sehen wie Lucas sich verändert und neue Dinge erlernen möchte.
    Ich glaube mit Deinem Schreiben machst Du anderen Betroffenen Mut, dass die Diagnose Angelman nicht das Ende sondern der Anfang für ein ganz besonderes Kind ist.
    Mit jedem Schritt bist Du stolz auf Lucas und er ist es auch.
    Schreib weiter so, ich glaube dieses Schreiben tut Dir gut.
    Ich freue mich schon auf die nächsten Abenteuer mit Lucas, denn alles was erlernt, ist auch ein Abenteuer für ihn.

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