Das perfekte “Kuchen-Kind”

Das perfekte “Kuchen-Kind”
Eines Tages zog ich los mit dem festen Vorhaben, mir das perfekte “Kuchen-Kind” zu backen.
Ich hatte ein sehr gutes Rezept, mit einer genau bemessenen Zutatenliste.
Dort war zu lesen:
2 Teile Gesundheit,
2 Teile Intelligenz,
2 Teile Gehorsam,
2 Teile Vernunft,
2 Teile Freundlichkeit,
1 Prise Begabung.
Ich machte alles genau nach Anweisung und das Ergebnis war das perfekteste “Kuchen-Kind”, das man sich nur denken kann. Form, Glasur und Verzierung waren optimal und versprachen einen ebenso perfekten Inhalt.
Also kostete ich voller Vorfreude und war überrascht von diesem unvergleichlichen Geschmack. Denn das perfekte “Kuchen-Kind” schmeckte trotz allerbesten Zutaten nach fast gar nichts.
Eigentlich war es fad und langweilig wie ein viel zu lange gekauter Kaugummi, und hatte man einen Bissen gekostet, hatte man wohl alles gekostet.
Enttäuscht erinnerte ich mich an andere Zutaten, die schon lange ganz hinten im Küchenschrank ihr Dasein fristeten, und kramte sie hervor.
Dann kreierte ich ein neues Rezept mit folgenden Zutaten:
2 Teile Gottvertrauen,
2 Teile Herzensbildung,
2 Teile Individualität,
2 Teile Toleranz,
1 Prise “was auch immer”.
Sie werden es kaum glauben. Es entstand ein “Kuchen-Kind” von chaotischem und doch traumhaftem Aussehen und Geschmack.
Jeder Bissen schmeckte anders als der vorige und gab so manches Rätsel über seinen Inhalt auf.
Ich kaute auf harten Zutaten herum, die kaum zu schlucken waren, und erwischte dafür im nächsten Moment eine Portion unglaublicher Süße.
Dieses “Kuchen-Kind” war verheißungsvoll, spannend, machte satt, neugierig und schmeckte nach
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Autor unbekannt