Änderungen ab 01.01.2015 auch bei der Verhinderungspflege

Änderungen ab Januar 2015 in der Verhinderungspflege

http://www.pflege-durch-angehoerige.de/2014/10/26/neue-regelungen-in-der-verhinderungspflege/

man an kann 4 Jahre rückwirkend die Verhinderungspflege beantragen

§ 45 Verjährung 

(1) Ansprüche auf Sozialleistungen verjähren in 4 Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie entstanden sind.

Absätze 2 und 3 neugefasst durch G vom 21. 6. 2002 (BGBl I S. 2167).

Selbstverständlich müssen die Kollegen  der Pflegekasse vor Ort erst einmal die grundsätzliche Voraussetzungen bzgl. des Anspruches auf Verhinderungspflege prüfen.

Pflegebedürftige haben Anspruch auf eine Verhinderungspflege, wenn die Pflegeperson z.B. wegen Urlaub oder Erkrankung (auch geplante stationäre Aufenthalte) an der häuslichen Pflege gehindert ist.

Voraussetzung

Der Pflegebedürftige ist vor Eintritt der Verhinderung mindestens 6 Monate von der

Pflegeperson in seiner häuslichen Umgebung gepflegt worden.

Es muss aber nicht zwingend seit mindestens 6 Monaten eine Pflegestufe vorliegen. Der Pflegebedürftige hat eine Erklärung abzugeben, dass er bereits mindestens 6 Monate gepflegt wurde.

Leistungsdauer

Der Anspruch auf Verhinderungspflege besteht für maximal 4 Wochen (= 28 Tage) pro Kalenderjahr.

Diese 4 Wochen können aber auch auf einzelne, kürzere Zeiträume gesplittet werden.

Leistungshöhe

Die Pflegekasse kann für die Verhinderungspflege pro Kalenderjahr maximal 1.550,- ? übernehmen.

Auch dieser Betrag kann auf kleinere Einzelbeträge gespilttet werden.

Ersatzpflegekraft

Ersatzpflegekräfte können private Personen (= nicht erwerbsmäßige Pflegepersonen) oder Pflegedienste bzw. —heime (= erwerbsmäßige Pflegepersonen) sein.

Nicht erwerbsmäßige Pflegepersonen

Wird die Verhinderungspflege durch Verwandte bis zum 2. Grad durchgeführt, wird das Pflegegeld wie gewohnt weitergezahlt. Zusätzlich kann die Pflegekasse zusätzliche Kosten der Ersatzpflegeperson wie z.B. Fahrtkosten oder Verdienstausfall in Höhe der Differenz zwischen dem gezahlten Pflegegeld und dem Maximalbetrag von 1.550,- ? übernehmen.

 

Folgende Fallkonstellationen sind möglich:

Übernahme der Pflege durch eine bis zum II. Grad verwandte oder verschwägerte Person 

o        das Pflegegeld wird in bisheriger Höhe weitergezahlt

o        zusätzlich können nachgewiesene Aufwendungen wie z.B. Fahrtkosten/  Gehaltsverluste wegen unbezahltem Urlaub  in Höhe der Differenz zwischen gezahltem Pflegegeld und dem Höchstbetrag von 1.550,- ? übernommen werden

o        die Differenz zwischen gezahltem Pflegegeld und den 1.550,- ? kann auch für einen Pflegedienst aufgewendet werden

 

Übernahme der Pflege durch eine fremde bzw. ab dem III. Grad verwandte oder verschwägerte Person 

o        die Pflegegeldzahlung wird eingestellt und die vereinbarte Entlohnung kann bis 1.550,- ? übernommen werden

o        Bei Stundenweiser Abrechnung erfolgt keine Kürzung/ Anrechnung des Pflegegeldes

 

Übernahme der Pflege durch eine fremde bzw. ab dem III. Grad verwandte oder verschwägerte Person und Pflegedienst 

o        beide zusammen erhalten max. 1.550,- ?

o        die Pflegegeldzahlung wird eingestellt